Ich bin Studentin des deutsch-französischen Doppelmasters und lebe derzeit in Marseille. Zuvor habe ich Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim in der Studienvariante Bachelor Plus: Kulturpolitik im internationalen Vergleich studiert. Im Rahmen dieses Studiums habe ich bereits ein Jahr in Frankreich verbracht, um Musikwissenschaften in Aix-en-Provence zu studieren, habe aber in Marseille gewohnt. Ich habe mich in dieser Zeit in die Stadt verliebt, sodass für mich klar war, dass ich auf jeden Fall nochmal für eine Zeit hierher zurückkommen möchte.
Sowohl mein Bachelor als auch mein Master führen mich regelmäßig zwischen den beiden Städten Hildesheim und Marseille hin und her – zwei Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. An Hildesheim schätze ich die intime Atmosphäre, die es leicht macht, sich mit anderen für gemeinsame, kreative Projekte zusammenzutun. An Marseille begeistert mich wiederum die kulturelle Vielfalt, und besonders die Musik- und Tanzszene. Außerdem liebe ich das Meer und die Calanques, da ich sehr gerne wandere und schnorchle.
Ich mache Musik, seit ich sehr klein bin: Ich spiele Klavier und Cello und spiele besonders gerne klassische Musik. In meiner Jugend musizierte ich viel in Orchestern, so zum Beispiel bei derSinfonietta Mainz, und schätze daran sehr, dass man über die Musik mit Menschen unterschiedlichen Alters zusammenkommen kann.
Vor meinem Studium habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr der Kultur beim Landesmusikrat Rheinland-Pfalz e.V. durchgeführt. Dort war ich vor allem in den Bereichen Orchestermanagement, Öffentlichkeitsarbeit und in der Organisation von Musikwettbewerben wie Jugend musiziert aktiv. Parallel dazu habe ich als Assistenz des Veranstaltungsleiters für das Landeschorfestival Rheinland-Pfalz gearbeitet.
Für mich war es durch mein Interesse an Musik dann auch nahliegend, diese auch im Studium in den Mittelpunkt zu stellen und als Hauptfach zu wählen. Im Rahmen der praktischen Seminare habe ich über die klassische Musik hinaus auch die freie Improvisation für mich entdeckt, eine Form des gemeinsamen Musizierens, die versucht sich von festen Formen und Harmonien zu lösen. Es ist eine Form der Improvisation, die für mich sehr neu war, die mir aber bis heute großen Spaß macht, sodass ich mich weiterhin gerne darin ausprobiere.
Innerhalb meines Bachelor-Studiums habe ich zudem ein Auslandsjahr in Frankreich gemacht und während dieser Zeit Musikwissenschaften in Aix-en-Provence studiert. In diesem Jahr hatte ich den Wunsch, meinen musikalischen Schwerpunkt weiter zu vertiefen. Mein praktischer und theoretischer Fokus liegt im Bereich der klassischen Musik; besonderes Interesse habe ich in diesem Jahr aber auch an Themen im Bereich der Musiksoziologie entwickelt; insbesondere an der Rolle von Musik in Gemeinschaften. Ein Ansatz, den ich besonders spannend finde, ist die Community Music, wie sie von Lee Higgins beschrieben wurde.
It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing! Neben der Musik habe ich auch noch eine große Begeisterung für das Tanzen. Ich liebe es, mich zur Musik zu bewegen, aber besonders hat es mir Lindy Hop angetan – ein Tanzstil aus den 1930er Jahren aus der afroamerikanischen Community in den USA. In meinem ersten Jahr in Marseille habe ich damit angefangen und als ich dann nach Hildesheim zurückgekehrt bin, musste ich feststellen, dass es dort durch die Pandemie keine aktive Szene mehr gab. Ich habe also selbst angefangen, Lindy Hop im Rahmen des Unisports zu unterrichten, was für mich eine neue und sehr spannende Herausforderung war, die mir sehr viel Spaß bereitet hat. Daraus entwickelte sich ein Interesse an der Tanzvermittlung, weshalb ich mich entschloss, ein Praktikum am Staatstheater Braunschweig zu machen, wo ich im Bereich der Tanzvermittlung tätig war. In diesem Rahmen war ich an der Konzeption und Umsetzung von tanzwärts! Generationen beteiligt – einem partizipativen Tanzprojekt, das Menschen unterschiedlicher Altersgruppen zusammenbringt und ermöglicht, gemeinsame Tanzerfahrungen in einem professionellen Kontext zu machen.
Mein Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim habe ich in einer internationalen Studienvariante studiert, durch die ich zusätzlich Kurse mit kulturpolitischen Schwerpunkten in einem internationalen Vergleich belegt habe. In diesen Seminaren habe ich mich insbesondere mit internationalem Kulturmanagement sowie mit kuratorischen Praktiken im Umgang mit belastetem Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Museen auseinandergesetzt. Mein Auslandjahr und Studium der Musikwissenschaften in Aix-en-Provence fand ebenfalls im Kontext dieser internationalen Studienvariante statt.
In meiner Bachelorarbeit habe ich mich mit dem Konzept von Dritten Orten im Kulturbereich beschäftigt. Dabei habe ich untersucht, welche internen Gelingensbedingungen sich für Dritte Orte der Kultur identifizieren lassen und hierfür das théâtre de l’Œuvre im Stadtviertel Belsunce in Marseille untersucht.
Das Thema „Dritte Orte“ interessiert mich, weil es Kulturinstitutionen im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen betrachtet. Die traditionelle Vorstellung von Kultureinrichtungen als reine Produktions- und Präsentationsorte von Kunst und Kultur wird zunehmend von einer Perspektive abgelöst, die die gesellschaftsgestaltende Kraft der Kultur in den Mittelpunkt rückt. Der Begriff „Dritter Ort“ wird in diesem Zusammenhang häufig verwendet, um die Transformation von Kulturorten zu beschreiben – hin zu offenen, inklusiven Räumen, die Dialog, Begegnung und aktive Partizipation fördern. In der Praxis zeigt sich diese Entwicklung oft in interdisziplinären Konzepten, einer einladenden Raumgestaltung (z.B. durch das Einrichten von Cafés) und sozialen Angeboten, die den Austausch und das Miteinander innerhalb der Institution fördern.
Innerhalb meines Studiums habe ich zunehmend ein Interesse an der Arbeit im Bereich der Kulturvermittlung entwickelt und neben dem Studium bereits verschiedene praktische Erfahrungen sammeln können. So habe ich beispielsweise für die Hildesheimer Wallungen gearbeitet, einem interdisziplinären Kunst- und Kulturfestival, das insbesondere die regionale Kulturszene ins Zentrum seines künstlerischen Programms stellt. Dort war ich im Bereich der Programmgestaltung und Künstler*innenkommunikation tätig. Darüber hinaus habe ich in Hildesheim bei den EVI-Lichtungen, einem Lichtkunstfestival, als Kulturvermittlerin mitgewirkt und in diesem Rahmen einen eigenen Vermittlungs-Workshop konzipiert und durchgeführt. In dem Workshop entstanden Lichtskulpturen, die dann als kollektives Werk im Kontext des Festivals ausgestellt wurden.
Und schließlich habe ich noch ein Praktikum bei Arts & Développement durchgeführt, einem Verein in Marseille, der künstlerische Workshops mit Kindern und Jugendlichen durchführt.
Diese sehr unterschiedlichen, praktischen Erfahrungen im Kulturbereich haben mein Interesse an der Arbeit im Bereich der Kulturvermittlung verstärkt und mich auch zur Entscheidung für diesen Doppelmaster geführt.
Zukünftig möchte ich gerne Projekte unterstützen, die kreative Begegnungen fördern, und insbesondere im Bereich der Vermittlung von Musik- und Tanzprojekten tätig sein. Durch meine Verbindung zu beiden Ländern interessiert mich dabei natürlich besonders die Arbeit im interkulturellen Kontext zwischen Deutschland und Frankreich.
Ich habe meinem Bachelor in Kulturwissenschaften und ästhetischer Praxis in einer internationalen Studienvariante an der Universität Hildesheim gemacht und ein Jahr Musikwissenschaften in Aix-en-Provence studiert. In dieser Zeit ist der Wunsch gewachsen, zwischen Deutschland und Frankreich zu leben und zu arbeiten. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mein Studium im deutsch-französischen Doppelmaster weiterzuführen.
Im Rahmen meines Studiums habe ich mich viel mit Musiksoziologie sowie kulturpolitischen Themen beschäftigt. So habe ich mich in meiner Bachelorarbeit mit dem Thema „Dritter Orte der Kultur“ auseinandergesetzt und das théâtre de l’Œuvre in Marseille untersucht. Neben dem Studium habe ich bei verschiedenen Kulturfestivals mitgewirkt, darunter die Hildesheimer Wallungen und EVI Lichtungen, sowie Praktika im Bereich der Tanz- und Kunstvermittlung gemacht, unter anderem am Staatstheater Braunschweig sowie bei dem Verein Arts & Développement.
Musik und Tanz sind für mich sowohl in der Theorie als auch in der Praxis von großer Bedeutung. Ich spiele Klavier und Cello und tanze leidenschaftlich gerne Lindy Hop, einen Tanzstil, den ich zeitweise auch unterrichtet habe. Durch meine eigene künstlerische Praxis habe ich ein besonderes Interesse an der Vermittlung kultureller Projekte in diesen beiden Bereichen entwickelt.