Ich bin Absolventin des deutsch-französischen Doppelmasters in Kulturvermittlung.
Bevor ich das Studium der Kulturvermittlung begann, absolvierte ich ein deutsch- französisches Doppelstudium im Rahmen der deutsch-französischen Hochschule in Europäischer Medienkultur an der Bauhaus Universität-Weimar und in Information- Communication an der Université Lumière Lyon 2. Während dieses Studiengangs hatte ich die Möglichkeit, in beiden Ländern zu leben und deren Kulturen kennenzulernen, mehrere freiwillige Praktika zu absolvieren und mich im Bereich Kultur zu spezialisieren. Im Jahr 2020 habe ich diesen Bachelor abgeschlossen.
An meinem Bachelor-Studium hat mir besonders gefallen, dass ich zwei verschiedene Sichtweisen auf Medien entdecken und gleichzeitig in zwei akademische Systeme eintauchen konnte. Die französische Kultur kannte ich bereits ein wenig, da ich ein Jahr lang als Au-pair- Mädchen in einem Pariser Vorort gelebt habe. Durch das Studium in Frankreich habe ich andere Aspekte des Lebens in diesem Nachbarland entdeckt. Gleichzeitig konnte ich die Verbindung zu meinem Heimatland Deutschland aufrechterhalten.
Während meines Studiums in Weimar engagierte ich mich in universitären Initiativen wie dem Unifernsehen HaurausTV und dem Studierendencafé, was mir ermöglichte, praktische Erfahrungen zu sammeln und mit Student*innen unterschiedlicher Fakultäten und Interessen in Kontakt zu kommen. Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit, parallel zu den theoretischen Kursen praktische Kurse in Fotografie und Filmtechnik zu belegen, an der Organisation eines Kurzfilmfestivals sowie am Aufbau einer Ausstellung mitzuwirken, in der ich auch ein persönliches Projekt zu einem Filmfestivalbesuch zeigen konnte, das wir im Rahmen eines Seminars besucht hatten. Es handelt sich dabei um ein Video über die Erfahrung des Besuchs des Crossing Europe Filmfestivals im österreichischen Linz. Diese Erfahrungen waren mir zunutze bei der Durchführung von Foto- und Filmprojekten für persönliche Zwecke als auch bei Praktika. Sie haben mir sehr geholfen, mich in meinen beruflichen Interessen zu orientieren.
Meine Bachelorarbeit behandelt das Thema des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie in Ausstellungen sowie die Rolle des Mediums in der Wahrnehmung dieser Genres. Diese Forschungsarbeit ermöglichte es mir, meine methodischen Kenntnisse in der Bildanalyse zu vertiefen und eine an meinen Analysekorpus angepasste Methode zu entwickeln. In dieser Bachelorarbeit habe ich mich eingehend mit der Frage des Ausstellungsortes und der Kontextualisierung der Fotografien beschäftigt, sowie mit den verschiedenen Details, die die Wahrnehmung einer dokumentarischen Fotografie beeinflussen.
Die Unterscheidung zwischen Kunst und Dokument in der Ausstellung war ein weiterer Aspekt der Arbeit. Während meines Masterstudiums möchte ich dieses Wissen weiter vertiefen, indem ich die Rolle des Subjekts bzw. des Publikums im Ausstellungsraum sowie die politische Dimension der Kulturvermittlung erforsche.
Im Laufe meiner Recherche wurde mir klar, dass die Theorie der Fotografie und die Ausstellungstheorie Bereiche sind, die mich besonders interessieren. Durch die Kulturvermittlung möchte ich daher diese Interessen verbinden und mich auf die Kulturvermittlung von fotografischen Projekten spezialisieren.
Während meines Studiums absolvierte ich mehrere freiwillige Praktika : ein erstes vierwöchiges Praktikum in der Spielfilmredaktion bei ZDF/ARTE in Mainz, ein zweites sechswöchiges Praktikum bei einem Fotografen in Lyon und ein drittes fünfmonatiges Praktikum im Kulturprogramm des Maison Heinrich Heine, einem deutsch-französischen Kulturzentrum in Paris.
Während dieses letzten Praktikums konnte ich mein Wissen über Kulturvermittlung vertiefen. Ich hatte die Möglichkeit, mich durch Projektvorschläge und Veranstaltungsideen am Kulturprogramm des Hauses zu beteiligen. Zum Beispiel konnte ich ein Videoprojekt zum Thema Demokratie durchführen. Dank dieses Praktikums habe ich an Eigeninitiative gewonnen und einen Sinn für Teamarbeit entwickelt – zwei Eigenschaften, die ich bei der Organisation meiner zukünftigen Kulturprojekte für unerlässlich halte.
Meinen Aufenthalt in Paris habe ich auch genutzt, um an dem Freiwilligenkollektiv FOCUS teilzunehmen. Dieses Kollektiv von jungen Leuten aus dem Kunstzentrum Jeu de Paume organisiert regelmäßig kulturelle Veranstaltungen für junge Erwachsene rund um die programmierten Ausstellungen. Die Idee des Projekts ist es, dieser Zielgruppe einen attraktiveren Museumsbesuch zu ermöglichen. Während des Corona-Lockdowns und nach der vorübergehenden Schließung des Kunstzentrums veröffentlichten wir ein Fanzine im Zusammenhang mit der Ausstellung „Le supermarché des images". Es ist vor allem diesen jüngsten Erfahrungen in Paris zu verdanken, dass mein berufliches Vorhaben konkret wurde, im kulturellen Bereich zu arbeiten.
Während meines Studienjahrs in Marseille konnte ich mich in zeitgenössische Kunst vertiefen, anhand von zwei Praktika. Das erste davon machte ich bei den ateliers Jeanne Barret, einem Dritten Ort und Künstleratelier im Nordviertel Bougainville. Das Praktikum hat mich für die Herausforderungen bei der Gründung eines kulturellen Ortes in einem prioritären Viertel sensibilisiert und mir gezeigt, welche Rolle Kulturvermittlung hierbei spielen kann.
Mein zweites Praktikum, welches ich bei PAC/Provence Art Contemporain machte, einem Netzwerk zeitgenössischer Kunst in Marseille und der Provence, zeigte mir eher die Metaebene der Kulturvermittlung. Während dieses zweimonatigen Praktikums begleitete ich die Gründung einer Arbeitsgruppe zur Entwicklung der Zielgruppen des Netzwerks, vor allem indem ich Recherchen zum Kunstmarkt in der Provence, zu Partnerschaften und zur Finanzierung von Kulturvermittlungsaktionen mit öffentlichen Geldern anfertigte.
In Deutschland und Frankreich zu studieren bedeutet auch, dass ich viele Male zwischen diesen Ländern umziehen musste. Auch wenn dieses "Nomadentum" nicht immer einfach ist, so hat es mir doch erlaubt, eine Bindung zu beiden Nachbarländern und ihren Kulturen aufzubauen und zu erhalten.
Wenn ich in Frankreich bin, vermisse ich Deutschland, und wenn ich in Deutschland bin, ist es andersherum. Zum Glück ist die Entfernung zwischen den beiden Ländern nie zu groß.
Das Leben in verschiedenen Städten hat mir auch die Möglichkeit gegeben, die Akzente der verschiedenen Regionen etwas besser kennenzulernen und vor allem ihre Spezialitäten zu probieren, wie zum Beispiel Kartoffelklöße mit Thüringer Würstchen in Weimar, die Lyoner Quenelles und die Panisses in Marseille. Das hat mich überzeugt, dass es sich lohnt, die verschiedenen Regionen der beiden Länder zu entdecken. In Weimar konnte ich ein Studentenleben voller Begegnungen und Erlebnisse genießen, sowie auch gute Techno-Musik, stylische Veranstaltungsplakate und eine sehr familiäre Uni-Atmosphäre. In Lyon schätzte ich besonders die Schönheit der Stadt mit ihren zwei Flüssen und die Bar- und Café-Kultur (wenngleich der Unicampus in Bron etwas weniger schätzenswert war). In Paris konnte ich dank des kulturellen Reichtums und der beeindruckenden Dichte an Museen in der Hauptstadt sehr abwechslungsreiche und aktive kulturelle Erfahrungen machen. Und in Marseille liebe ich das Leben am Meer, die Möglichkeit, am Katamaran-Kurs mit dem Hochschulsport teilzunehmen, außergewöhnliche kulturelle Orte zu besuchen, vor allem in Brachen und ehemaligen Klöstern, wie der Friche la Belle de Mai oder dem Couvent Levat, und den französischen Rap zu entdecken. Derzeit entdecke ich Hildesheim und die Region und ich bin jetzt schon gespannt darauf wo der nächste Stopp nach diesem Jahr sein wird.
Ich habe mich für diesen Masterstudiengang entschieden, um mich im Bereich der Kultur zu spezialisieren und zwei verschiedene Visionen der Kulturvermittlung kennenzulernen. Während meines Bachelorstudiums war es sehr bereichernd, zwei Perspektiven auf ein Thema zu entdecken. Das hat mir Lust gegeben, in meinem Masterstudium auf diese Weise weiterzumachen. Die Möglichkeit, in Marseille und Hildesheim zu leben und zu studieren, hat mich noch mehr ermuntert, an diesem binationalen Studiengang teilzunehmen.
Eines der Hauptprojekte im Studium im ersten Jahr in Marseille ist eine Gruppenarbeit in einem Marseiller Stadtviertel, in dem wir eine Kulturvermittlungsaktion organisieren. Mit meiner Gruppe arbeiteten wir im Stadtteil Belsunce mit dem Ziel eine zum Viertel passende Vermittlung zu realisieren, und das trotz der komplizierten Pandemieumstände.
und bisher ermutigt mich dieses Projekt noch mehr, diese Stadt, ihre Vielfalt in Bezug auf die Bevölkerung, ihren Reichtum sowie auch ihre Probleme kennen zu lernen.
Unser Projekt Plante 2 Rue, das wir in Kooperation mit la compagnie über eine in Belsunce realisierte Fotografieserie von Suzanne Hetzel organisiert haben, fand im April 2021 statt.
Die soziologische Recherche zu Belsunce hat mich dazu motiviert diese Stadt, ihre Vielfalt in Bezug auf die Bevölkerung, ihren Reichtum sowie auch ihre Probleme besser kennen zu lernen.
Nach meinem Studium möchte ich die Kulturvermittlung im weiteren Sinne mit meinem Interesse an der Fotografie verbinden und Fotoausstellungen organisieren.
„Wenn ein fotografisches Dokument unkontrolliert die Schwelle ins Museum überschreitet, in dessen totalisierenden Kontext gerät, welcher letztlich immer wieder auf die auratische Präsenz eines Kunstgegenstandes abzielt, dann verliert dieses Dokument seinen eigenen Kontext, ringt mit Vorstellungen ästhetischer Gestaltung, die nicht a priori die seinen sind [...].“Stahel, Urs (2003) : Ja, was ist sie denn, die Fotografie ? Eine Rede über Fotografie zum 10-Jahres-Jubiläum des Fotomuseums Winterthur. Winterthur, Zürich : Fotomuseum Winterthur, Scalo. S.45
Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für die Fotografie – zunächst aus praktischer Sicht, vor allem durch die Reisefotografie, später begann ich mich mehr und mehr mit der theoretischen Seite dieses Mediums auseinanderzusetzen. Es bereitet mir Freude, die verschiedenen Facetten der Fotografie kennenzulernen ; sei es durch das Experimentieren mit analoger Fotografie oder durch den Besuch von Fotoausstellungen. Die Frage nach der Bilderflut, die manche Philosophen wie W. J. T. Mitchell oder Susan Sontag schon vor einigen Jahrzehnten beschrieben haben und die seitdem nur noch stärker geworden ist, stellt mich vor die Frage, was es heute bedeutet, Fotoausstellungen zu organisieren. Diese Frage nach dem Ort einer Fotografie, die grundsätzlich transportabel ist, hat mich seit Beginn meiner Recherchen für meine Bachelorarbeit begleitet und fasziniert mich auch heute noch.
In meiner zukünftigen Karriere möchte ich daher aktiv diese breite Fragestellung beantworten und mich mit Fotograf*innen, Kurator*innen und Expert*innen auf diesem Gebiet austauschen.
Wenn Sie gute Vorschläge zu aktuellen Ausstellungen, Buchtipps oder Praktikumsankündigungen haben würde ich mich sehr über eine Nachricht von Ihnen freuen.
„Es ist die Rezeption, welche die Bedeutung von Fotografien steuert. Und Fotografien sind zwar immer auch Abbildungen einer Realität, sind aber ebenso Zeichen, die interpretiert werden müssen.“Sexl, Martin (2013) : Bildtheorie und Fotografie. In : Ender, Markus/Wilhelm, Marián (Hrsg.) : Bildtheorie und Fotografie. Innsbruck : Studia Universitätsverlag, S.16.
Auch wenn die Fotografie einen großen Teil meiner Interessen ausmacht, ist sie sicher nicht mein einziges Hobby. Während meines Studiums in Weimar und während meines Praktikums bei ZDF/ARTE hatte ich die Möglichkeit, mehr über das Genre Stummfilm und die Filmgeschichte zu erfahren. Die Rolle des Kinos in unserer Gesellschaft fasziniert mich und jeder Kunstfilm erregt meine Aufmerksamkeit. Während meines Studiums in Weimar und Lyon hatte ich auch die Möglichkeit, Filmfestivals wie das Festival Lumière in Lyon oder das Crossing Europe Filmfestival in Linz zu besuchen und diese Veranstaltungen als Medium zu reflektieren. Ein weiteres Projekt, dass mich interessiert, wäre die Arbeit in der Programmierung eines Filmfestivals oder bei ARTE.
Ich bin ein Mensch, der Geselligkeit und Cafés mag. Ich bin also immer auf der Suche nach Cafés und Bars, in denen ich die schönen Momente des Lebens in guter Gesellschaft genießen kann. Ich habe Freude daran, meine Umgebung zu entdecken und neue Erfahrungen zu machen.
0 | 6
Je suis diplômée du double master franco-allemand en médiation culturelle des arts (promotion 2020) et actuellement, je travaille chez ARTE à Strasbourg.
Avant de commencer ce parcours, j’ai suivi une double licence franco-allemande dans le cadre du programme de l’Université Franco-Allemande en Culture européenne des médias à la Bauhaus Universität Weimar et en Information-Communication à l’Université Lumière Lyon 2. Ce cursus m’a permis de m’immerger dans deux cultures et m’a donné envie de continuer à vivre en France et en Allemagne.
J’aime beaucoup la photographie, aussi bien son côté pratique que son côté théorique. Les manières dont est exposé ce medium m’intéressent tout particulièrement. À travers la médiation culturelle, j’aimerais lier ces intérêts et me spécialiser dans la médiation culturelle de projets photographiques.
Mentions légales | RGPD |
© Février 2020 - 3 mars 2026