Stadtrundgang mit Alumni Marleen Gasche

Am 5 Oktober 2021 haben sich der Alumniverein MédArtsKultur in Marseille getroffen. Präsent waren die M1/M2, Erasmus Studenten und Doktoranten des Masters Kulturvermittlung/Mediation de l’Art de l‘Université Aix-Marseille et Hildesheim. Als Gruppe haben wir von 15 bis 18h, einen Stadtrundgang mit einer ehemaligen Alumna, Marleen Gasche durchgeführt.

Marleen Gasche führte uns von der Friche-Belle de Mai, Atelier Juxtapoz zu den Quartier Nord von Marseille um uns dort ein Projekt vorzustellen, dass sie mit de Verein FRAEME realisiert hatte und das darin bestand zeitgenössische Kunst, die sie installiert hatten, in den nördlichen Stadtteilen zu vermitteln.

Wir fingen also in der Friche, ein Ort der zwanzig Minuten von der Universität entfernt ist, an. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, denn eine Vorstellungsrunde muss sein, haben wir die Friche kennengelernt. Es war erst das zweite Mal, dass ich dort gewesen war und ich bin, wie so viele unter uns, nie wirklich stehen geblieben, um den Ort wirklich zu beobachten. Wir leben immer in der Intensität des alltäglichen Lebens. Deshalb sind Stadtrundgänge sehr wichtig. Wir bleiben stehen und schauen um uns herum. Wir sehen das Unsichtbare und ergötzen uns davon.

Für die nicht „Marseillais“, die Friche-Belle de Mai oder einfach nur Friche, ist ein Kulturzentrum in Marseille. Ein dritter Ort, der schon in dem Jahr 1992 errichtet wurde und als Prototyp dieses Konzepts, wenn nicht in Frankreich, mindestens in Marseille, galt. Vor 1992, eine alte Fabrik, nach 1992 , ein Ort des Schaffens für die 70 Strukturen, die dort Residenz genommen haben (Bis zu 350 Künstler oder Kunstarbeitende befinden sich täglich an diesem Ort). Unter ihnen, ein Büro des Goethe-Institut.

La Friche ist ein politisches Experiment, ein Ort des Denkens und Handelns, der die Beziehung der Kunst zum Territorium und zur Gesellschaft erneuert."

Manifest von La Friche - 2020



Nur vier Minuten weiter, in der Straße Rue Jacobin vor dem Abbiegen in die Rue Levat, kann dieses Graffiti beobachtet werden. Ich schlage euch vor, dass ihr jetzt Google Maps aufmacht, mit Karten ist es einfacher sich den räumlich-zeitlichen Rahmen vorzustellen. Wenn das Street-View zwischen Friche und Le Couvent-Atelier eingeschaltet ist, ist es möglich das Graffiti wiederzufinden.

Die Couvent-Ateliers waren der zweite Stopp auf diesem Rundgang. Wie der Name uns schon sagt war dieser Ort ein früheres Kloster, das in den Jahren 1838 gegründet wurde und von Nonnen des Ordens „Victimes du Sacré Coeur de Jésus“ hundert fünfzig Jahre lang bewohnt wurde. Im Jahr 2016 verließen sie diesen Ort und die Gärten, die aus einer Fläche von 1700 m2 bestanden, und der Ort wurde zu einem Ort für Kulturschaffende. Der Verein Juxtapoz nahm Residenz auf im Jahr 2017. Der Ort wurde zu einer „Cité des Artistes“ und die Gärten wurden für das Publikum und andere Kunstvereine geöffnet. Wirklich schöner Ort, um sich hinzusetzen und vielleicht zu Picknicken. An dem Ort gibt es ein Bücherschrank, Kunstwerke und natürlich Pflanzen. Was gäbe es auch sonst in einem Garten ? Katzen, sehr viele Katzen und diese Tür mit Händen.

Zu guter Letzt sind wir in einem Wohnkomplex, in den Quartier Nord, stehen geblieben. Als die Bewohner uns ankommen sahen, unsere kleine Gruppe von Studenten, haben sie sofort gefühlt, dass wir nicht in das Panorama passten und mehrere haben uns gefragt was wir tun wollten. Nicht lange und wir waren in einem Gespräch mit einer eher älteren Dame, die uns über die Probleme der Gegend aufklärte. Unglaubliche Schauergeschichten, die ich hier nicht aufschreiben möchte. In dem Wohnkomplex hat Marleen Gasche für einen Kulturverein gearbeitet, eine am Anfang sehr einsame Arbeit bis sich die Teenager getraut haben mitzumachen. In diesem Zusammenhang ist sie auch auf den Einstieg von Kulturvermittler*innen in den Arbeitsmarkt näher eingegangen. Eine wundervolle persönliche Geschichte, die auf das Universale anspielt. Ich bin mir sicher, nicht der Einzige gewesen zu sein, der sich präzisere Ideen, über diesen Beruf und die Arbeitsbedingungen gebildet hat.

Abends haben wir uns alle für einen Alumni-treffen wiedergefunden. Im großen Ganzen, ein gelungener Tag.


Ich bin Karl, Mitglied des Vereines seit 2021 und studiere den Deutsch-Französischen Doppel-Master Kulturvermittlung/Médiation Culturelle de l’Art.

Das Jahr 2020 in Hildesheim, ist ein spannendes, interessantes Jahr voller Entdeckungen, ein Jahr der Metamorphose, des Erblühen gewesen.

Das Jahr 2021 in Marseille hat mich in einem Wille bestärkt aus Kunstvermittlung auch meinen Beruf zu machen. Ich kann anderen Studenten nur raten dieses Doppel-Master zu versuchen.

Kunst im großen Ganzen ist mir sehr wichtig. Ich glaube Ihnen geht es wie mir, es braucht einen mäßigen Tempo um eine Ausstellung wirklich zu leben. Überall neue Informationen zu entdecken, zu lesen. So kommt mir jetzt ein einfacher Reim.

"Um Kunst zu leben,
muss man viel lesen"

Ich entschuldige mich für dieses schlechte Wortspiel.
Das war jetzt wirklich nicht mein Ziel.

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