Culinary Practices - Ayla François erzählt...

Ich interessiere mich für zeitgenössische Kunst und partizipative Projekte. Ich bin Vorstandsmitglied (Schatzmeisterin) des Kunstvereins gegenwart in Leipzig, wo ich innerhalb eines Jahres mehrere Ausstellungsprojekte und Workshops durchgeführt habe. Außerdem habe ich 2024 einen Freiwilligendienst (BFD) in dem soziokulturellen Zentrum Pöge-Haus Leipzig im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Programmplanung mit Fokus auf bildender Kunst absolviert. Dort habe ich viel über Kulturpolitik auf kommunaler Ebene in Sachsen, die Verwaltung eines Dritten Ortes und Kooperationen in der Projektarbeit gelernt.

Meine Netzwerk(e) und Vermittlungspraktiken

Zusätzlich habe ich während meiner Zeit dort in Eigeninitiative ein Vermittlungs- und Vernetzungsprojekt (netz) werk in arbeit für junge Kunstschaffende organisiert.
Meine eigene künstlerische Praxis spannt sich von Analogfotografie, Häkeln und Nähen, zu Zeichnen und Drucktechniken wie Monotypie. Beide unten abgebildeten Werke sind von mir im Rahmen des Vernetzungsprojekts entstanden – der fisch im (auf)fangnetz ist eine Textile Arbeit, die dazugehörige Vermittlungsarbeit sind Kopien einer Monotypie, angeordnet in einem Netz - die Besucher*innen waren eingeladen auf die Frage „WAS KOMMT IN DEIN (AUF) FANG NETZ ?“ zu reagieren.

fisch im (auf)fang netz des Projekts (netz) werk in arbeit, Mai 2024, Pöge-Haus Leipzig © Ayla François
Endausstellung Schnur --- Dialog des Projekts (netz) werk in arbeit, Mai 2024, Pöge-Haus Leipzig © Ayla François

Einblicke in Kulturinstitutionen zwischen Leipzig und Lyon

In meinen sechs Jahren in Leipzig konnte ich außerdem in zwei weitere Kulturinstitutionen tiefer einblicken : Erstens das internationale Filmfestival für Dokumentationen und Animationsfilm DOK Leipzig, bei dem ich die Jurys für Animationsfilm betreut habe. Dieses Filmgenre ist zwar in Deutschland noch ein bisschen nischig, aber umso toller war es die Werke des internationalen Wettbewerbs zu sehen ! Außerdem habe ich die HALLE 14 – ein Zentrum für Zeitgenössische Kunst als Praktikantin, Ehrenamtliche und Ausstellungsaufsicht begleitet. Die ausbaufähigen Ansätze der Kulturvermittlung dort haben mich erstmals mit dieser professionellen Tätigkeit in Verbindung gebracht. Und mein Wunsch nach inklusiveren Ansätzen zur Beteiligung und Zugänglichkeit von zeitgenössischer Kunst wurde geboren.
Im Rahmen meines Bachelorstudiums der Soziologie und Kulturwissenschaften in Leipzig habe ich ein Auslandspraktikum am Goethe-Institut Lyon gemacht, wodurch ich die deutsch-französische Welt und die Möglichkeiten, die die DFH bietet, kennengelernt habe. Ich war also sehr froh, diesen Masterstudiengang zu entdecken, der mir direkt so vorkam, als wäre er auf meine persönlichen und professionellen Interessen zu geschneidert ! Es ist kulturell vielseitig & interdisziplinär mit Fokus auf partizipativen Methoden und bietet mir zusätzlich die Möglichkeit mich mit meiner eigenen deutsch-französischen Biografie (wieder) zu verbinden.

Interkulturelle Begegnungen in Benin und Marseille, postkoloniale Fragen

Ein weiterer Grund für diesen Master, war mein Interesse an interkulturellen Begegnungen, was für mich besonders für Marseille gesprochen hat. Nach meinem Abi habe ich sechs Monate in Benin in Westafrika verbracht, um mehr über die Beziehungen zwischen einem Land im globalen Süden mit dem globalen Norden zu verstehen und dieser interkulturelle Austausch hat mich sehr bereichert. Seitdem beschäftigen mich Rassismus und postkoloniale Fragen sowohl wissenschaftlich als auch persönlich.
In Marseille besuche ich aktuell im Rahmen der Uni einen Fotokurs in Kollaboration mit dem Zentrum für Photographie Marseille. Ich schätze dort den Austausch, der mir neue Perspektiven und Anregungen in meinem Blick auf die Welt eröffnet.

L’Estaque, 2024, Analogfotografie © Ayla François
novembre à marseille, 2024, Analogfotografie © Ayla François

Kulinarische Praktiken in Forschung und Praxis

In letzter Zeit habe ich das Feld der kulinarischen Praktiken (Culinary Practices) in Verbindung mit postkolonialen Ansätzen in der zeitgenössischen Kunst entdeckt. Ansätze die ich besonders spannend finde, sind zum Beispiel das Werk „Pad Thai“ von Rirkrit Tiravanija oder die cooking lecture „How political is (y)our curry ?“ von Arijit Bhattacharyya. Ich würde dieses Thema gerne in Forschung und/oder Praxis für meine Masterarbeit vertiefen und das Potenzial darin für die Kulturvermittlung erkunden.


Je m’intéresse à l’art contemporaine et des projets participatives. Je suis trésorière dans l’asso Kunstverein gegenwart à Leipzig où j’ai réalisé plusieurs projets d’expositions et des ateliers en 2024. En même temps, j’ai fait un service civique (BFD) dans un lieu socio-culturel, le Pöge-Haus Leipzig.
Pendant mes études de sociologie et sciences culturelles à Leipzig, j’ai peu faire un stage au Goethe-Institut Lyon ce qui m’a fait découvrir les études franco-allemandes présenté de l’UFA. Alors j’ai été super contente de trouver ce master qui m’a tout de suite semblé taillé sur mesure pour mes intérêts perso et professionnels : culturellement diverse & interdisciplinaire avec un accent sur les méthodes participatives, et en plus me permettant de me relier à ma propre biographie franco-allemande.
Récemment j’ai découvert le champ des pratiques culinaires en lien avec les études postcoloniale dans l’art contemporain (Voir Rirkrit Tiravanija ou Arijit Bhattacharyya). J’aimerais bien approfondir ce sujet en recherche-création pour ma mémoire et questionner les possibilités pour la médiation culturelle !

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