Alumniverein-Zusammenkunft bei einem Künstlerkollektiv : die Ateliers Jeanne Barret

Im Anschluss an den gemeinsamen Spaziergang durch la Joliette, bei dem wir viel über das Euromediterrannée-Projekt erfahren haben, wurden wir in den Ateliers Jeanne Barret, einem dritten Ort im Nordviertel Bougainville, auf einen Apéro empfangen.

Ein dritter Ort zu Diensten der Kunst in einem Viertel ohne Sozialstrukturen

Nach 30min Fußweg von La Joliette, durch viele Neubauprojekte im Zuge des Euromediteranée Programms, kommen wir in ein ehemaliges Industriegebiet, von dem heute nur noch leerstehende Fabriken übrig sind, das Quartier les Crottes. Es ist ein Stadtviertel im Norden Marseilles, das wie viele andere der Stadt aufgrund der Armut als priorisiertes Viertel gilt.

Wir laufen an einem Busdepot vorbei und treffen auf ein bunt bemaltes Tor, der Eingang zu den Ateliers Jeanne Barret. Wir treten herein, laufen an Hochbeeten voller Tomaten vorbei und gehen in ein Gebäude mit Steinmauern und industriellem Dach. Wir befinden uns in einer ehemaligen Ölmühle, die später als Lagerhalle verwendet wurde. Constance Meffre, Kuratorin, Gwenaelle le Gal, Urbanistin, und Madely Schott, Künstlerin, empfangen uns, um uns zu erzählen, wie dieser Ort zu einem Künstleratelier wurde.

Wir betreten die Ateliers Jeanne Barret in Bougainville, Oktober 2021 (Foto : Sarah Wasner-Launois)

Als Zusammenschluss von über 20 Künstler*innen und Kulturschaffenden hat die Association Circulaire, die das Projekt leitet, auf einen Projektaufruf von Euroméditerrannée geantwortet. Sie sind einer der vier Orte, die in diesem Viertel voller Industriebrachen einen über 1000m2 großen Ort für einige Jahre zur Verfügung gestellt bekommen.

Ein Projekt inmitten der urbanen Transformation

Während viele der vorher besichtigten Orte ihre Rolle im Rahmen von Euroméditerannée als sehr kritisch betrachten, zeigen sich die Ateliers Jeanne Barret eher als Optimisten. Durch zahlreiche Kulturvermittlungsprojekte mit drei umliegenden Schulen, gelingt dem Projekt die Integration in das Viertel, das als „weiße Zone“ gilt, da es hier nicht einmal ein Sozialzentrum gibt. Die Kinder, Jugendlichen und Eltern, die für die Workshops, mit diversen Aktivitäten wie gärtnern, basteln und kochen samstags kommen, werden immer zahlreicher und bringen sich zunehmend mit eigenen Interessen in den Ort ein. Zuletzt waren sie 50 an einem Tag. Die Zusammenarbeit mit den Bewohner*innen des Viertels war dem Kollektiv von Anfang an sehr wichtig, weshalb es auch schon Vermittlungsaktionen gab, bevor der Ort für die großen Massen geöffnet wurde. Dennoch betonen die Künstler*innen die primäre Rolle des Orts als Atelier. Da die Stadt nur über sehr wenige kommunale Künstlerateliers verfügt, obwohl die Anzahl der Kunstschaffenden seit einigen Jahren exponentiell steigt, haben die Mitglieder von Jeanne Barret hier ihren eigenen, finanzierbaren Arbeitsraum eröffnet, der zugleich auch als Ort für ihre Ausstellungen dient.

Während unseres Besuchs befindet sich das Gebäude noch im Umbau, bald sollen die Bauarbeiten jedoch fertig gestellt werden und der ganze Raum genutzt werden. In Zukunft finden hier u.a. Ausstellungen, Soirées, Filmvorführungen, Workshops statt. Doch auch jetzt finden schon Veranstaltungen statt.

Constance Meffre und Natalie Meissner im Gespräch. Vorstellung der Ateliers Jeanne Barret, Oktober 2021 (Foto : Sarah Wasner-Launois)

Zeit zum kennenlernen

Die Besichtigung der Ateliers Jeanne Barret diente nicht nur dem Kennenlernen des Projekts, sondern bot auch eine schöne Gelegenheit, uns untereinander bei Getränken und Häppchen kennenzulernen und auszutauschen. Alumni, aktuelle Studierende aus Marseille und Hildesheim, Doktoranden des binationalen PhD Tracks, sowie Birgit Mandel und Julius Heinecke vonseiten der Hildesheimer Dozierenden, und Gilles Suzanne und Yannick Butel der Universität in Marseille, konnten so bis in den späten Abend auf informellere Art und Weise ins Gespräch treten.

 

 

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Je suis étudiante du double master franco-allemand en médiation culturelle des arts (promotion 2020) et actuellement je travaille sur mon mémoire de master depuis Lyon.

Avant de commencer ce parcours, j’ai suivi une double licence franco-allemande dans le cadre du programme de l’Université Franco-Allemande en Culture européenne des médias à la Bauhaus Universität Weimar et en Information-Communication à l’Université Lumière Lyon 2. Ce cursus m’a permis de m’immerger dans deux cultures et m’a donné envie de continuer à vivre en France et en Allemagne.

J’aime beaucoup la photographie, aussi bien son côté pratique que son côté théorique. Les manières dont est exposé ce medium m’intéressent tout particulièrement. À travers la médiation culturelle, j’aimerais lier ces intérêts et me spécialiser dans la médiation culturelle de projets photographiques.

Actuellement, je suis étudiante du double master franco-allemand Médiation Culturelle des Arts/ Kulturvermittlung. En 2021, j’ai commencé le master à Marseille et je suis maintenant, en 2022/23 en deuxième année de master à Hildesheim.

J’ai fait ma licence précédente en sciences culturelles et politiques à la Leuphana Universität Lüneburg et à l’Université Rennes 2.

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